aus der Badischen Zeitung vom Donnerstag, 6. Mai 2004

Sein Tod hinterlässt schmerzliche Lücke
In Staufen starb am Dienstag 68-jährig Ernst Riess
vergrössern
Immer zur Stelle: Ernst Riess, der langjährige Hausmeister des Staufener Faust-Gymnasiums, im Arbeitsmantel.
FOTO: ARCHIV

STAUFEN (mad). Der Tod von Ernst Riess hat in Staufen große Trauer und Betroffenheit ausgelöst. In ihm verlieren die Vereine und kirchlichen Organisationen einen Mitstreiter, der über viele Jahrzehnte das öffentliche Leben in der Fauststadt mit Tatkraft und beispielhaftem Idealismus mitgeprägt hat. Ernst Riess starb am Dienstag im Alter von 68 Jahren.

Seine schwere Erkrankung war nun doch stärker als sein unbändiger Überlebenswille. Um ihn trauern nicht nur seine Ehefrau Maria und die Söhne Matthias, Thomas und Wolfram. Alle, die ihn kannten und schätzten, haben einen guten Freund verloren.

Ehrenamtliche Mitarbeit war für Ernst Riess eine Selbstverständlichkeit, die er zu keiner Zeit als Last empfunden hat. Er half, wo er auch immer gebraucht wurde und war sich als "Mädchen für alles" für keine Arbeit zu schade. Als bekennender Christ und Katholik war für ihn auch kirchliches Engagement zu einem wichtigen Teil seines Lebens geworden. Er war Vorsitzender der Kolpingsfamilie Staufen und war als langjähriger Pfarrgemeinderat und Stiftungsrat in die Gremien der Pfarrgemeinde St. Martin eingebunden. Unter Prälat Schmutz nahm er den Umbau der alten Pfarrscheune zum Martinsheim in seine Regie. Er organisierte verlässlich die Prozessionen an Fronleichnam und am Patrozinium, kümmerte sich um die Organisation des Breitefestes und des Annafestes. Wichtig war ihm auch der Erhalt der St. Gotthardkapelle, für die er eine Spendenaktion initiierte. Auch der Stationenweg auf den Josefsberg zur St. Johanneskapelle stand unter seiner Obhut.

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr"- dieses Leitmotiv hatte Ernst Riess sehr verinnerlicht und so stand über Jahrzehnte in den ersten Reihen der Freiwilligen Feuerwehr. Er war von 1991 bis 1996 stellvertretender Gesamtkommandant und Abteilungskommandant. Noch am 1. Mai beteiligte er sich an der Radtour seiner Feuerwehrkameraden an den Kaiserstuhl.

Auch die Fasnet lag ihm im Blut. Als Staufener Urgewächs gehörte er seit 1957 der Schelmenzunft an, die ihn in den Rang eines Zunftrates erhob. Auch auf der Bühne entfaltete er komödiantisches Talent und brachte den Saal mit seinem Ulk und närrischen Einfällen zum Lachen. Eine Begabung, die er auch an seine Söhne weitergab. Als die Fasnet in die Belchenhalle verlegt wurde, unterstützte er die Zunft zugleich als "Festwirt".

Der gelernte Steinmetz war aber auch mit Herz und Seele Hausmeister am Faust-Gymnasium. Von 1968 bis zu seiner Pensionierung 1999 sah er viele Schülergenerationen kommen und gehen. Bei der Schulleitung, dem Lehrerkollegium, bei den Eltern und natürlich bei den Schülern war er der Inbegriff eines hilfsbereiten Menschen, den auch in der Hektik des Alltags nichts so schnell aus der Ruhe bringen konnte. Durch seinen Beruf war er immer auch eng der Staufener Musikwoche verbunden. Bürgermeister Michael Benitz kondolierte der Familie und bekundete seine hohe Wertschätzung für einen Mitbürger, der in der Fauststadt eine große Lücke hinterlässt.

Ernst Riess wird morgen, Freitag, 7. März, um 14 Uhr auf dem Staufener Friedhof beigesetzt.


Artikelsammlung       zur Hauptseite