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"Alle an einem Strang"
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BZ-INTERVIEW mit Peter Koderisch zur Aufführung der "Tango-Messe" durch den Faust-Chor
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Peter Koderisch FOTO: WAGNER |
STAUFEN. Peter Koderisch ist Musiklehrer am Faust-Gymnasium Staufen und Leiter des Faust-Chores. Heute, Freitagabend, hat der mit der europäischen Uraufführung der Tango-Messe "Misa Tango - Misa a Buenos Aires" des argentinischen Komponisten Martín Palmeri seine große Bewährungsprobe. Mit Koderisch sprach BZ-Mitarbeiter Hans Christof Wagner.
BZ: Herr Koderisch, wie fing das an mit dem Faust-Chor?
Koderisch: Ich bin 1992 ans Faust-Gymnasium gekommen. Damals gab es dort einen reinen Schülerchor. Meine Idee war, Schüler, Lehrer und Eltern über das gemeinsame Singen zusammenzubringen. Heute haben wir rund 130 Mitglieder - davon 50 Schüler von Klasse 7 bis 13, rund ein Dutzend Lehrer aller Fachrichtungen, 50 Eltern und 20 ehemalige Schüler und sonstige Freunde der Schule. Bei uns kann jeder mitmachen, ohne vorher vorsingen zu müssen. Abgewiesen habe ich bisher noch niemanden.
BZ: Gab es mit der Umstellung zu diesem gemischten Chor Probleme?
Koderisch: Überhaupt nicht, im Gegenteil. Vor allem die Eltern waren von Anfang an begeistert dabei. Ich empfinde das als sehr positiv. Wir haben mit erwachsenen Stimmen die Möglichkeit zu größerer musikalischer Vielfalt. Außerdem ist das ein wichtiges pädagogisches Konzept, in dem wir praktizieren, dass alle, die an Schule beteiligt sind, an einem Strang ziehen.
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BZ: Die Tango-Messe ist das dritte große Projekt des Faust-Chores, was haben sie davor aufgeführt?
Koderisch: 1994/95 hatten wir den ersten großen Auftritt mit zwei Konzerten geistlicher Musik des Barock. 2001 haben wir eine Gospel-Messe und die lateinamerikanische Messe "Misa Criolla" aufgeführt.
BZ: Wie lange haben die Vorbereitungen für die Tango-Messe gedauert?
Koderisch: Gut drei Jahre. Die Idee kam über eine Argentinierin, die im Faust-Chor mitsang. Sie machte mich mit der Messe bekannt. Ein Dreivierteljahr hat es allein gedauert, Palmeri ausfindig zu machen. Ein halbes Jahr gingen für Verhandlungen drauf. Noch mal ein knappes Jahr hat es gedauert, bis die Noten hier waren. Palmeris Honorar mussten wir über eine argentinische Familie abwickeln. Die hat das Geld persönlich überbracht. Übrigens ist die Aufführung heute Abend die europäische Uraufführung. Gleichzeitig läuft sie auch in New York.
BZ: Wie intensiv haben Sie geprobt?
Koderisch: Seit Beginn des Schuljahres jede Woche einmal zwei Stunden mit den nach Schülern und Erwachsenen getrennten Chören. Alle paar Wochen gab es auch eine ganztägige gemischte Probe. Vor allem die Schüler waren mit viel Fleiß, Zuverlässigkeit und Selbstdisziplin dabei, obwohl die Proben am Freitagnachmittag angesetzt waren. Ich muss auch sagen: das heute Abend ist das schwerste, was wir uns bis jetzt vorgenommen haben.
BZ: Ein solches Ereignis auf die Beine zu stellen, war doch sicher recht kostspielig?
Koderisch: Ja, sehr. Wir hatten Kosten für Werbung, Plakate, Flyer. Außerdem müssen wir hohe GEMA-Gebühren bezahlen. Da kamen die kräftigen Zuschüsse der IKA-Werke in Staufen und der Firma Sick in Waldkirch sehr gelegen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.
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