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Bei den Proben für die Oper "Brundibár" mit Kindern im Faust-Gymnasium gilt es über 100 Akteure zu koordinieren. Im Bild der musikalische Leiter Andreas Wolff mit dem Unterstufenchor sowie den zwei Kindern, die durch Straßenmusik Geld verdienen wollen. |
STAUFEN (cm). Für die Uraufführung von "Brundibár" im Jahr 1942 wurde im jüdischen Waisenhaus in Prag geprobt. Jetzt üben in der Aula des Faust-Gymnasiums rund 100 Schüler und Erwachsene das Stück des Tschechen Hans Krása ein. Nach der Deportation des Komponisten nach Theresienstadt wurde die "Oper mit Kindern" über 50 mal in dem Konzentrationslager aufgeführt.
"Sobald die Musik angeht, müsst ihr lossausen", weist Lehrer Helge Deutrich bei einer Probe am Samstagvormittag die Schülerschar an. Keine leichte Aufgabe für den Regisseur, die große, unruhige Truppe in Griff zu bekommen. Mit Leib und Seele ist er bei der Sache. Unterstützt wird er von seinen Kollegen Andreas Wolff und Gabriele Stannat-Deißler, die für die musikalische Leitung zuständig sind. Neben dem Unterstufenchor und Schulorchester spielen, singen und musizieren auch Eltern und professionelle Musiker.
Vor dem nachdenklich stimmenden Bühnenbild des Pädagogen Peter Kapper wechselt der Chor zwischen fröhlich-burlesken und eher schroffen Melodien. "Zeigt dem Publikum nicht den Rücken und lächelt", ermahnt Deutrich, während die Fünft- und Sechstklässler "Unsere Gans ist ausgeflogen" singen.
Die Handlung selbst hat nichts mit dem Dritten Reich zu tun. Zwei Kinder brauchen Geld, um für ihre kranke Mutter Milch zu kaufen. Den Leierkastenmann Brundibár als Vorbild, beschließen sie, um etwas einzunehmen, zu singen. Doch so einfach geht das nicht.
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Es ist die besondere Aufführungs- und Entstehungsgeschichte, die "Brundibár" auszeichnet. Im Jahr 1938 im Rahmen eines Wettbewerbs des Ministerium für Erziehung und Kultur entstanden, arbeitete Krása später im Konzentrationslager das Stück für die wenigen dort vorhandenen Instrumente um und bezog auch Mädchen ein. Die Aufführungen waren ein großer Erfolg. Gleichzeitig wurde die Geschichte vom gemeinsamen Kampf gegen das Böse zu einem Symbol der Hoffnung für die Lagerinsassen. Der an sich harmlose Märchenstoff von Adolf Hoffmeister, gepaart mit Krasás Musik, hat im dem von Gewalt und Angst geprägten Lagerleben eine ganz neue Bedeutung gewonnen.
Die Schüler haben sichtlich Spaß an "Brundibár" und sie haben viel Zeit und Energie investiert. Seit einem halben Jahr laufen die Vorbereitungen. Um ungestört üben zu können, verbrachten alle Mitwirkenden ein Wochenende in einer Jugendherberge. Bis zum Auftritt Anfang Juli stehen noch zwei große Proben auf dem Plan. Auch vor und hinter der Bühne gibt es noch jede Menge zu tun. Nicht nur beim Kostüme schneidern helfen die Eltern kräftig mit. Schauspielerisches Können ist vor allem bei den Hauptrollen gefragt. "Mir hat es schon immer Spaß gemacht, vor Publikum aufzutreten und zu singen", sagt die zwölfjährige Maria, die den Leierkastenmann Brundibár spielt. Manchmal sei es schon ziemlich anstrengend, aber wenn man viel probe, behalte man den Text schon. Bei einem Stück mit so vielen Akteuren, kann auch den Leitern mal ein Fehler unterlaufen. "Wenn was nicht klappt, ist es überhaupt nicht schlimm", meint der Lehrer. "Wir haben nur Sorge, dass nicht genügend Zuschauer kommen." Rund 300 Besucher passen in die Aula. Auch wenn beide Termine ausverkauft seien, decke das Eintrittsgeld nicht die Produktionskosten, so Wolff. Zuschüsse gibt es vom Faust-Gymnasium und auch von privaten Sponsoren.
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