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Geschafft: Abi am Faust-Gymnasium Staufen (FOTO: SUSANNE MüLLER) |
STAUFEN (mut). Wie ein summender, aufgeregter Bienenschwarm flogen die Prüflinge des Faust-Gymnasiums am Montag voriger Woche in den Filmsaal ein, wo der Prüfungsvorsitzende Friedbert Kaltenbrunner, Direktor des Freiburger Theodor-Heuss-Gymnasiums, sie offiziell zur mündlichen Abiturprüfung begrüßte. Er sprach, in Anlehnung an Sokrates, von der alten Hebammentradition, die die Prüfungskommission befolgen werde: Ans Licht zu heben, was da ist.
Ganz nebenbei gelang es ihm durch seine langjährige Erfahrung, eine gute Atmosphäre zum Prüfungsstart zu schaffen. Ob leger gekleidet mit Strohhut und kurzer Hose, ob seriös mit Anzug und weißem Hemd oder schick mit Spitzenbluse und getuschten Wimpern: trotz Vorbereitungsstress leuchtete die Sonnenbräune der vergangenen Woche in den Gesichtern der Prüfungskandidaten.
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Mochte die Sonne oder die fleißige Vorbereitung der Schüler die Ursache sein, sie schienen insgesamt vor der letzten Hürde ihres Abiturs “gut drauf” zu sein, wie Hans-Joachim Kraus, der Schulleiter des Faust-Gymnasiums, es ausdrückte. Dass sie zudem ihr Wissen “gut drauf” hatten und es präsentieren konnten, zeigten sie in insgesamt 191 mündlichen Prüfungen. Bei erträglichen Temperaturen und mit guter Verpflegung durch ein sommerliches Menü in der Cafeteria begann der Prüfungsmarathon. Dank der professionellen Organisation der Prüfungsabläufe durch die Oberstufenberater Edgar Marx und Hans-Bernhard Meyer liefen am Montag und Dienstag reibungslos in 30 Räumen parallele Abiturprüfungen. Dabei war das Faust-Gymnasium auch verantwortlich für das diesjährige Schulfremdenabitur des Regierungspräsidiums Freiburg. 15 Kandidaten legten dabei in vier Fächern mündliche Prüfungen ab.
Was im Lauf der Prüfungstage im 20-Minuten-Takt von den “Hebammen” ans Licht gehoben wurde, kann sich sehen lassen. Die Abiturienten erreichten insgesamt einen Notendurchschnitt von 2,18 — besser als der baden-württembergische Durchschnitt. Zwei Abiturientinnen dürfen sich über einen Spitzenschnitt von 1,0 freuen: Bettina Bauer und Theresa Heizmann. Etwas mehr als ein Drittel erreichte einen Schnitt zwischen 1,1 und 1,9.
Für besonders herausragende Leistungen erhielt Philipp Mangold den Scheffel-Preis im Fach Deutsch, Bettina Bauer den Schnabel-Preis im Fach Geschichte, Thomas Gutmann den Preis der Deutschen-Physikalischen Gesellschaft, Florian Wagner die Maul-Plakette im Fach Sport und Markus Gerstner den Prix Apollinaire in Französisch. Der Förderkreis vergab weitere Preise und Urkunden für hervorragende Schülerleistungen und vielfältiges Engagement zum Beispiel in der SMV, beim Schultheater und bei Schulkonzerten.
Unter dem Motto “Abi 06 — Wissen macht sexy” feierten die Schüler am Samstag den “Sexy Summer-Dance” -Ball, zu dem viele illustre Gäste begrüßt werden konnten. Mit dem antiken Topos der Kritik an der faulen, Luxus verliebten Jugend eröffnete der Schulleiter Hans-Joachim Kraus seine Abiturrede. Dieser Topos lasse sich bei oberflächlicher Betrachtung auf die heutige Jugend anwenden. Die viel beschriebene “Spaß- und Freizeitgeneration” aber — Internet gestählt und Konsum verwöhnt — zeige in der Schule ganz andere Seiten. Kraus würdigte ausdrücklich ihren Teamgeist und ihre Kreativität, die sich im Engagement für schulische Projekte gezeigt habe. Er ermutigte die Abiturienten, sich ihre Visionen trotz der künftig schwierigen gesellschaftlichen Situation zu erhalten. Sechs Zitate aus der Welt des Fußballs gab er ihnen als handfeste Tipps mit auf den Weg: “Auch wenn es eigentlich unmöglich ist, ist es noch möglich” — ein Stefan Effenberg-Wort, das Appellcharakter hat.
Stellvertretend für alle Abiturienten dankte anschließend auch Jonathan Mengel den Lehrern und Eltern für ihren Einsatz und verglich die Schulzeit mit einer 13-jährigen Vereinskarriere im Fußball, bei der im Endspiel nun dank unermüdlichen Trainereinsatzes der Abi-Pokal nach Staufen wanderte.
Froh, erlöst — und mancher sogar barfuß, so kamen die Schüler aus ihren Prüfungen. Ob die Wege, zu denen die Abiturienten nun aufbrechen, stets barfuß zu beschreiten sind, werden sie selbst herausfinden.
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