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China im Fokus: Jürgen Eberbach (Faust-Gymnasium), Wen Mao-Eberbach (Chinesisch-Lehrerin), René Stiegelmann (Geschäftsführer IKA-Werke Staufen), Corinna Fünfgeld (Schülerin) Benedikt Kirner und Schulleiter Hans-Joachim Kraus.
(FOTO: DANIELA MUTHESIUS) |
STAUFEN. "Der könnte auch Chinesisch sprechen" , lautet eine Redensart, wenn mal wieder so gar nicht klar ist, um was es eigentlich geht. Das kann den Schülerinnen und Schülern des Faust-Gymnasiums nicht passieren: Seit 2004 werden hier zwischenzeitlich drei Chinesisch-Arbeitsgemeinschaften angeboten, die von rund 60 Schülerinnen und Schülern begeistert genutzt werden. Und damit’s nicht allein bei der Theorie bleibt, bietet die Firma IKA den besten Chinesisch sprechenden Schülern ein dreiwöchiges Firmenpraktikum im IKA-Werk in Guangzhou an.
Und wie das so ist, in einem anderen Kulturkreis zu arbeiten, werden die Gymnasiasten Caroline Fünfgeld (11. Klasse) und Benedikt Kirner (11. Klasse) demnächst selbst erfahren, die ihre chinesischen Sprachkenntnisse während ihres Praktikums in Guangzhou anwenden können. Völliges Neuland betreten die beiden allerdings nicht: Erste Erfahrun gen mit Land und Leuten haben die Gymnasiasten bereits im Rahmen des Austauschprogramms mit Schanghai gemacht. Koordinator des China-Austausches am Faust-Gymnasium ist Jürgen Eberbach.
Das Berufspraktikum, das jetzt erstmals angeboten wird, gehört zum Kooperationsprojekt "Chinesisch am Faust" des Faust-Gymnasiums und der Staufener Firma IKA. Der Geschäftsführer der IKA-Werke, René Stiegelmann, unterstützt die Chinesisch-Arbeitsgemeinschaft seit 2006 und förderte den ersten Schüleraustausch zwischen dem Faust-Gymnasium und der Shidong-Schule in Schanghai. |
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Seine Firma trägt auch die Kosten für das neue Lehrwerk, das die Lehrbeauftragte für Chinesisch, Wen Mao-Eberbach, selbst entwickelt hat. "Tote Worte kann man sich nicht merken" , ist die engagierte Lehrerin überzeugt. Deshalb war es ihr Hauptanliegen, Wörter "lebendig" zu machen, damit ihre Schülerinnen und Schüler die schwierige Fremdsprache jenseits komplizierter Sprachtheorien schnell, spielerisch und in kurzer Zeit erlernen können. Wen Mao-Eberbach wählte 750 wichtige Vokabeln aus etwa 1500 Vokabeln aus, die für die Bezeichnung konkreter Dinge benutzt werden, und gestaltete sie mit entsprechenden Abbildungen als Spielkarten, mit denen die Schüler üben können. Auch sonst hat sich Wen Mao-Eberbach einiges einfallen lassen, damit ihre Schüler mit Spaß bei der Sache sind: Für das Schreiben der komplizierten Schriftzeichen hat sie beispielsweise ein neues Schreibübungssystem mit 70 Grafiksymbolen entworfen. Damit lassen sich alle Schriftzeichen kombinieren. Die Schüler können — ähnlich wie beim Schachspiel — mit diesen Grafikfiguren spielen, um so auf unterhaltsame Weise die Schriftzeichenkombination zu üben. Und damit das Erlernen von Vokabeln nicht zur schlichten Paukerei verkommt, hat sie fantasievolle Geschichten gezeichnet und spannende Spiele entwickelt, bei denen die Schüler mit guten Chinesischkenntnissen unter anderem die magische Kraft eines Schwarzwald-Gespenstes brechen können.
Die westliche Marktwirtschaft werde immer mehr von China beeinflusst. Es gelte, den Standort zu verteidigen, begründet der Chef der IKA, René Stiegelmann, sein Engagement für die Chinesisch-AG. Jetzt gehe es darum, neue Märkte zu erobern und Arbeitsplätze zu sichern: "Wer die Sprache beherrscht, hat ein ganz anderes Verhandlungspotenzial" , ist er überzeugt. Auch Schulleiter Hans-Joachim Kraus sieht die Chinesisch-AG als festen und wichtigen Bestandteil im Angebot des Faust-Gymnasiums. Deshalb stelle für ihn auch das Angebot der Firma IKA, die für die Praktikanten die Kosten für Flug und Aufenthalt übernimmt, ein neuer Meilenstein in der Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft dar, betonte er.
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