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Weiterbildung nach dem Hauptschulabschluss / Faust-Gymnasium Staufen braucht mehr Platz
Von unserer Mitarbeiterin Anja Bochtler |
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BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. An der Hans-Thoma-Schule in Titisee-Neustadt startet im neuen Schuljahr 2007/08 eine Klasse des Berufseinstiegsjahrs (BEJ): Das beschloss der Schul- und Kulturausschuss kürzlich einstimmig. Außerdem ging es um die Ausbaupläne am Faust-Gymnasium in Staufen — und die Notwendigkeit, das Regierungspräsidium von der künftigen Fünfzügigkeit der Schule zu überzeugen. Zurzeit werden sie viel diskutiert: Die Perspektiven für Jugendliche nach der Hauptschule — oder vielmehr der Mangel daran. Ein bisschen von dieser Debatte schwappte auch in die Sitzung des Schul- und Kulturausschusses, obwohl dort lediglich der Beschluss zum Berufsein-stiegsjahr an der Hans-Thoma-Schule in Titisee-Neustadt auf der Tagesordnung stand. Das BEJ ist für Jugendliche mit Hauptschulabschluss gedacht, die keinen Ausbildungsplatz finden. Der Einrichtung einer BEJ-Klasse an der Georg-Kerschensteiner-Schule in Müllheim hatte der Ausschuss bereits im März zugestimmt, auch in Freiburg gibt es BEJ-Plätze. Die ersten BEJs starteten schon in diesem Schuljahr an landesweit 40 Versuchsschulen. Im kommenden Schuljahr sollen alle öffentlichen beruflichen Schulen mit Berufsvorbereitungsjahr mindestens eine BEJ-Klasse einrichten, wenn es genügend Bedarf gibt. Vom Schuljahr 2008/09 an wird das BEJ für Jugendliche mit Hauptschulabschluss und ohne Ausbildungsplatz zur Pflicht. Weil die BEJ-Klassen einen Teil der Klassen des Berufsvorbereitungsjahrs (BVJ) ersetzen sollen, stellt das Kultusministerium keine zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrer oder Räume zur Verfügung. Das BVJ soll es auch weiter geben: Für schlechter qualifizierte Jugendliche ohne Schulabschluss. Und wie geht’s generell mit der Hauptschule weiter? Eine richtige Debatte darüber wurde vertagt, doch die unterschiedlichen Meinungen wurden klar — von denen, die Hauptschulen zumindest im ländlichen Raum für unersetzbar halten, bis zum Kommentar von Rudolf Gwinner von der FDP: Die Situation der Hauptschulen wäre eine andere, bilanzierte er, wenn alle, die sich derzeit als ihre "Retter aufspielen" , auch ihre eigenen Kinder hinschicken würden. Einigkeit herrschte bei der Einschätzung der Lage am beengten Faust-Gymnasium in Staufen. Schon im April fiel der Beschluss, Räume für das Faust-Gymnasium im "Kapuzinerhof" anzumieten und die Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume zu planen (die BZ berichtete). Doch mittlerweile ist klar: Auch mit den zusätzlichen sieben Räumen im "Kapuzinerhof" reicht der Platz nicht aus. Die Leitung des Faust-Gymnasiums rechnet angesichts der voraussehbaren dauerhaften Fünfzügigkeit und des "Doppelabiturs" der G8- und G9-Klassen im Schuljahr 2010/2011 mit einem Bedarf von bis zu 56 Klassenräumen. Darum prüft die Verwaltung des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwalds derzeit Erweiterungen am Hauptgebäude, zum Beispiel eine Aufstockung des Neubaus — und auch, ob der Ausbau während der Sanierung des naturwissenschaftlichen Bereichs Ausweichmöglichkeiten schaffen könnte. Der Landkreis hält die Pläne aber nur für "vertretbar" , falls sie vom Land gefördert werden. Doch dafür müsste das Regierungspräsidium die künftige Fünfzügigkeit am Faust-Gymnasium anerkennen. Das will die Verwaltung mit Gesprächen spätestens im Lauf von 2008 erreichen. Die Kreisräte bestärkten diese Forderung: Die Zurückhaltung des Regierungspräsidiums könne "nicht befriedigen" , kritisierte Albert ter Wolbeek von der CDU: "Es nutzt nichts, die Augen einfach vor der Entwicklung zu verschließen." Neben der Erweiterung und der Sanierung sei auch eine Lösung für die mehr als 100 Lehrerinnen und Lehrer der Schule nötig, denen es im überfüllten Lehrerzimmer nicht möglich sei, zu arbeiten. Genau wie Albert ter Wolbeek betonte auch Michael Benitz von den freien Wählern, das Regierungspräsidium müsse mit Zahlen und Fakten überzeugt werden. Wie sehr die Schulen derzeit im Umbruch sind, zeigt die Antwort auf die Frage des Grünen Leopold Winterhalder zur Ganztagsschule: Schon jetzt seien bis zu 840 Schüler gleichzeitig bis 15.30 oder 17 Uhr an der Schule, sagte der Leiter des Faust-Gymnasiums Hans-Joachim Kraus. |