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In diesem Schuljahr mussten die Jahrgangsstufe 12 und 13 provisorisch in das Gebäude des Kapuzinerhofs ausgelagert werden, um wenigstens zu verhindern, dass die Raumnot zu Schichtunterricht führt. Für die nächsten Jahre steht eine Generalsanierung der Schule an. Die Naturwissenschaften müssen ausgebaut werden, und der Attikaaufbau mit sechs Klassenzimmern auf dem Westflügel geht in die Planungsphase, denn in den Schuljahren 2009 bis 2011 wird es 56 Klassen geben.
Am Ende des vergangenen Schuljahres schlugen die Wogen aufgrund der Sprachumwahlen von Französisch zu Englisch in den neuen fünften Klassen hoch. Wie viele andere Gymnasien auf der Rheinschiene musste auch das Faust-Gymnasium in den Ferien seine Deputatsplanung aufgrund des großen Bedarfs an Englischlehrern komplett umstellen (die BZ berichtete). Es gab seitens des Ministeriums keine Neueinstellungen für Englisch. So mussten die Stunden für drei Englischklassen hausintern abgedeckt werden — was zu Engpässen in anderen Fächern führte. Es gibt nun eine Lateinklasse nach dem Biberacher Modell mit Englisch, eine reine Englischklasse, eine reine Französischklasse und zwei mit gemischter Sprachenfolge. Der Stundenplan konnte erst sehr spät erstellt werden. Inzwischen wurde auch eine Krankheitsvertretung für Deutsch und Gemeinschaftskunde gefunden, obwohl auf dem Arbeitsmarkt keine Lehrer mehr zur Verfügung stehen.
In der zweiten Schulwoche verbrachten die 7. Klassen ihr Landschulheim in Schluchsee mit Wanderungen, Bootsfahrten, Glasbläserei-Besichtigung und Geländespielen. Die Jahrgangsstufe 13 war auf Studienfahrt in Budapest. Während dieser Woche gab es in fast jeder Jahrgangsstufe besondere Projekte, Exkursionen und Angebote zu den Profilschwerpunkten, zum Schulcurriculum und zum Training der Sozialkompetenz.
Die neuen Fünftklässler begannen das Schuljahr mit einem schön gestalteten Einschulungsgottesdienst. In der zweiten Woche durften sie ihre neue Schule intensiv kennen lernen. Sicherheitsbeauftragte Christine Agnetti schnürte wieder ein ganzes Paket für die Kleinen mit Bussicherheitstraining, Verkehrserziehung und Fluchtwegübungen. Außerdem stand eine vergnügliche Schulhausrallye auf dem Programm. Die 6. Klassen lernten bei den jährlich stattfindenden Gesundheits- und Fitnesstagen alles Wissenswerte über gesunde Ernährung und bereiteten, angeleitet von professionellen Ernährungsberaterinnen, leckere Pausenbrote zu. Die Energie, die sie daraus nahmen, brauchten sie bei den Fitnesstests und beim anspruchsvollen 90-Minutenlauf auf dem Sportplatz.
Beim "Compassion"-Projekt engagierten sich 50 Schüler der 10. Klassen freiwillig an einer selbst gewählten Praktikumsstelle im sozialen Bereich. Die von den Religions- und Ethiklehrern ausgearbeitete Konzeption hatte auch in diesem Jahr wieder Erfolg: Vielen Schülern war das Praktikum letztlich viel zu kurz. Ihr Credo lautet: Der Umgang mit Kindern und alten Menschen macht Spaß und verschafft interessante und positive Erfahrungen.
Für die Fünftklässler der Musikklasse wird in diesem Schuljahr die Musik groß geschrieben. Das Kooperationsprojekt mit der Jugendmusikschule startete gut. Auch andere musische Arbeitsgemeinschaften wie Unterstufenchor und -orchester gibt es — trotz der angespannten Deputatssituation. Dies gelingt nur dank des zusätzlichen Engagements der Lehrer und dank der Kooperation der Jugendmusikschule. Die Sportangebote können nur noch über Schülermentoren oder über Vereinskooperationen stattfinden. Für weitere Arbeitsgemeinschaften stehen keine Lehrerstunden mehr zur Verfügung.
Raumnot und Provisorien kennt die Schule schon lange, die Deputatsversorgung ist knapp wie nie zuvor. Am Faust-Gymnasium gibt es vier Klassen mit 34 Schülern und elf Klassen mit mehr als 30 Schülern. Die Stundenplanauslastung hat durchgängig Ganztagsschulcharakter: An einigen Tagen ist Unterricht bis 17 Uhr, an drei Tagen sind zwischen 800 und 900 Schüler bis 15.30 Uhr an der Schule. Als wäre dies nicht genug, kommt auf die Schulen eine obligatorische Selbstevaluation zu, die sie nach dem Willen des Ministeriums in diesem Schuljahr absolvieren müssen. Am Faust-Gymnasium soll die Konferenzkultur und das Schulklima unter die Lupe. Dies ist eine weitere der zahlreichen Zusatzaufgaben, die Schulen heute leisten müssen. Die neuen Vorgaben bedeuten zusätzliche Arbeit im sowieso schon knappen Zeitbudget — keine allzu rosigen Aussichten für dieses Schuljahr.
Daniela Muthesius
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