Nach 2024 fand auch in diesem Jahr in Baden-Württemberg wieder eine Lange Nacht der Demokratie statt. Am Freitag, dem 2. Oktober wurde in mehr als 50 Städten und Gemeinden über Demokratie diskutiert und sie auch ein wenig gefeiert. In Staufen wurde daraus ein Langer Nachmittag der Demokratie in der Mediathek.
Vielfältige Angebote luden dazu ein, Demokratie unmittelbar zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen, z. B. über die Aktion der Human Library, eine Begegnung mit Menschen und ihren persönlichen Geschichten, oder über die Ausstellung der Stolperstein-Initiative.
Auch das Faust-Gymnasium war vertreten.
Zum einen mit einer Kunstausstellung: Ausgestellt wurden unter anderem Werke, bei denen die deutsch-französische Freundschaft im Mittelpunkt steht. Mitgewirkt haben hier Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse des Faust-Gymnasiums sowie des Collège René Cassin in Cernay. Frieden, gegenseitiges Verständnis und der Zusammenhalt in Europa wurden aus der Perspektive der Jugendlichen dargestellt.
Was hat Kunst mit Politik zu tun? Dieser Frage wurde während der Projekttage beim Streetart-Projekt von Anne Ballik und Monika Lieke nachgegangen. Die entstandenen Motive machten deutlich, wie Kunst zum Nachdenken anregt, wenn sie öffentlich präsentiert wird.
Projekte, die beides verbinden, Kunst und demokratische Prozesse, zeigte der Partnerschaftsausschuss Bonneville. Dieser präsentierte ein Keramikprojekt, bei dem deutsche und französische Kinder des Jugendgemeinderats der Staufener Partnerstadt Bonneville gemeinsam eine Keramikstele angefertigt haben. Auf dieser sind u. a. die Begriffe „Respekt“, „Solidarität“ und „Gleichberechtigung“ zu lesen – Begriffe, die für die Demokratie von großer Bedeutung sind. Die Kunstausstellung fand großen Anklang.
Zum anderen organisierte die Klasse 10d, unterstützt durch vorbereitende Arbeiten der 8d, Deliberationstische. Nach einer kurzen Einführung konnten die Teilnehmenden selbst ausprobieren, wie Deliberation funktioniert: zuhören, unterschiedliche Argumente abwägen und möglichst gemeinsam zu einem Konsens kommen. Die jüngeren Kinder deliberierten besonders engagiert und fanden zu mehreren Konsensen. Große Einigkeit herrschte bei ihnen bei dieser Forderung: Staufen brauche einen Streichelzoo mit Mammuts und Einhörnern. Ob dieses Ergebnis Bürgermeister Dr. Bröcker und den Gemeinderat vor größere Herausforderungen stellt als die ohnehin schwierigen Aufgaben angesichts von Klimakrise und angespannter Haushaltslage, bleibt abzuwarten.
Fazit der Mitwirkenden: Lasst uns im Gespräch und im Engagement für die Demokratie bleiben.