faust gymnasium

Kulturschock – oder einfach alles nur anders?

Austausch nach Französisch-Guayana

Vom 8.-23. Januar 2026 durften wir als Schülerinnen und Schüler des Faust-Gymnasium an einem ganz besonderen Schüleraustausch teilnehmen. Dieses Erlebnis war für uns nicht nur etwas völlig Neues, sondern in vielerlei Hinsicht auch ein kleines Wunder - denn ursprünglich war ein solcher Austausch für unsere vergleichsweise kleine Schule gar nicht vorgesehen. Umso dankbarer sind wir für das enorme Engagement von Frau Dürr (Faust) und Frau Wolf (Lycée Monnerville Kourou), die diese Reise für uns mit großem Einsatz, viel Organisation und Herzblut überhaupt erst möglich gemacht haben.

Auch für uns Teilnehmende bedeutete die Reise eine intensive Vorbereitung. Neben persönlichem Engagement und Eigeninitiative - wir hatten einen Stand beim Adventsbazar der Schule - wurden wir auch finanziell durch Sponsoren unterstützt. Dank dieser Gelder die zusammengekommen sind, konnten wir diese einmalige Chance wahrnehmen und Erfahrungen sammeln, die uns weit über die Schulzeit hinaus prägen werden. Herzlichen Dank an die Brigitte-Busse-Stiftung in Staufen und MT aerospace in Kourou!

Bereits bei unserer Ankunft wurde deutlich, wie groß der Kontrast zu unserem Alltag in Deutschland ist, z.B. der Wechsel vom deutschen Winter in ein tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, intensiver Sonneneinstrahlung und Temperaturen um die 30 Grad. Wir erlebten eine Umgebung, die kaum unterschiedlicher hätte sein können als unsere gewohnte. Dichter Regenwald und eine allgegenwärtige Natur begleiteten uns jeden Tag. Besonders eindrücklich war die Übernachtung in einem Carbet (eine Überdachung aus Wellblech) mitten im Regenwald. In Hängematten, umgeben von den Geräuschen des Dschungels, erlebten wir eine Nähe zur Natur, die für uns völlig neu war.

Auch das Leben in unseren Gastfamilien gab uns einen Einblick in den Alltag vor Ort. Die einfache, aber sehr herzliche Lebensweise und die große Gastfreundschaft machten diese Erfahrung für uns besonders prägend. Das Leben dort war bunt, lebendig und voller neuer Eindrücke.

Ein absolutes Highlight war der berühmte südamerikanische Karneval. Wir durften nicht nur zuschauen, sondern sogar mitlaufen, mittanzen und den Beginn dieser beeindruckenden Tradition miterleben.

Dazu kamen viele weitere Aktivitäten, die uns mit der Kultur und Natur Französisch-Guayanas vertraut machten: Wir schnitzten Kalebassen, entfernten ihr Fruchtfleisch und verwandelten die Schalen in kunstvolle Gegenstände. In einem medizinischen Garten lernten wir Pflanzen und Heilmethoden kennen, die tief in der Tradition der Ureinwohner verwurzelt sind. Eine Wanderung durch den Dschungel durfte natürlich auch nicht fehlen – inklusive eines plötzlich einsetzenden tropischen Regens, der dort genauso selbstverständlich ist wie der Wald selbst.

Unvergesslich war auch der Ausflug mit dem Katamaran zu den Îles du Salut, einer Inselgruppe mit faszinierender Geschichte, wilden Tieren und traumhafter Natur. Dazu kamen ein Salsa- und Bachata-Kurs, professionelles Rudern in einer Piroge, mehrere Strandbesuche und natürlich die Besichtigung von Cayenne, der Hauptstadt.

Im europäischen Weltraumzentrum in Kourou konnten wir einen Blick auf eine ganz andere, technologische Seite Guayanas werfen. Eine lange Busfahrt brachte uns außerdem nach Saint-Laurent de Maroni, wo wir die Stadt und das historische „Camp de Transportation“, ein ehemaliges Straflager, erkundeten.

All diese Erlebnisse sorgten nicht nur für einen abwechslungsreichen, sondern auch lehrreichen Austausch. Wir lernten nicht nur eine neue Kultur, sondern auch uns selbst ein Stück besser kennen. Trotz des anfänglichen Kulturschocks – oder vielleicht gerade deswegen – wurde Französisch-Guayana für uns zu einem Ort voller positiver Überraschungen. Die Menschen, die Natur, die Traditionen und die Lebensweise hinterließen einen tiefen Eindruck und führten zu unvergesslichen Erfahrungen.